Mit Umweltschutz Kostensenkungspotenziale finden und realisieren – das ist die Zielsetzung von ÖKOPROFIT*. Das Projekt wird von der INITIATIVE BAYERISCHER UNTERMAIN getragen und richtet sich an die hiesigen Unternehmen. Es bietet die Möglichkeit durch Verbesserung von Energieeffizienz und betrieblichen Umweltschutz konkret Kosten einzusparen und mittels eines Rechts-Checks die Einhaltung arbeitsschutz- und umweltschutzrechtlicher Bestimmungen zu prüfen.
Zehn Jahre nach der ersten Ökoprofit-Aktion am Bayerischen Untermain präsentierten am Dienstag, den 5. Juli 2011, acht Einsteiger-Unternehmen ihre verwirklichten und geplanten Maßnahmen zur Energieeinsparung. Weiterhin nahmen 13 „Klub-Betriebe“ zum wiederholten Mal an einer Ökoprofit-Runde, bestehend aus acht Workshops, vier Ortsterminen und einer Prüfung, teil und zeigten damit erneut, dass auch mit ökologisch effizienter Betriebsführung Geld eingespart werden kann.
Der Aschaffenburger Oberbürgermeister Klaus Herzog zeichnete gemeinsam mit der stellvertretenden Aschaffenburger Landrätin Marianne Krohnen Ciba Vision (Großwallstadt), Hefa-Moden (Mömlingen), Kongress- und Touristikbetriebe der Stadt Aschaffenburg, Pollmeier Massivholz, Stamm Waagen- und Kassensysteme, Teamlog (alle Aschaffenburg) sowie das Landratsamt und die Stadt Aschaffenburg zum ersten Mal als „Ökoprofit-Betrieb“ aus.
Folgende Klub-Betriebe erhielten ebenfalls eine Urkunde: Duesmann & Hensel Recycling, Kaup, Raiffeisenbank (alle Aschaffenburg), Düker (Laufach), Fripa Papierwerke, Oswald Elektromotoren (beide Miltenberg), Hemmelrath Lackfabrik, WIKA Alexander Wiegand (beide Klingenberg), Reinhold Keller, Josera (beide Kleinheubach), Main-Back Hench & Weißkopf (Mainaschaff), Odenwald Faserplattenwerk (Amorbach) sowie das Schleifmittelwerk Artur Glöckner (Kahl)Durch die bevorstehende Energiewende in der Region werden Einsparen, Effizienz und erneuerbare Energien und damit auch Ökoprofit als Instrument zur Wirtschaftsförderung immer wichtiger. Dies betonten Aschaffenburgs Oberbürgermeister Klaus Herzog, Aschaffenburgs stellvertretende Landrätin Marianne Krohnen und Markus Seibel von der Initiative bayerischer Untermain.
Wie unterschiedliche die Maßnahmen zur Energieeinsparung sein können ist bei der Vorstellung der von den Teilnehmern verwirklichten Maßnahmen zu erkennen. Die Palette reicht von optimierter Hallenbeleuchtung und dem Einsatz von LED-Technik mit Bewegungssensoren bis hin zu gesenkten Emissionen und Materialaufwand durch Abgasrückführung. Laut der Beratungsfirma Arqum GmbH konnten die Teilnehmer insgesamt ein Sparpotential von 310 000 Euro erreichen.
Bundesweiten Modellcharakter wird die Ausdehnung von Ökoprofit auf neun Schulen in Landkreis und Stadt Aschaffenburg haben. Das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, die staatliche Realschule Hösbach und Bessenbach, das Staatliche Berufliche Schulzentrum, die Dalberg-Mittelschule, die Kolpingschule, das Kronberg-Gymnasium (alle Aschaffenburg) sowie das Spessart-Gymnasium und die Edith-Stein-Schule in Alzenau wollen eine energieeffiziente Optimierung durchführen, die sich bis in den Unterricht bemerkbar machen soll.
Die ÖKOPROFIT-Vorteile auf einen Blick:Das Projekt bietet die Möglichkeit ...
- Kosten für Energie, Wasser, Abfall usw. zu senken,
- Rechtssicherheit zu erhalten,
- Transparenz über Verbrauchszahlen durch strukturierte Erhebungen zu schaffen,
- die interne Organisation zu verbessern und Verantwortlichkeiten festzulegen,
- in Umweltmanagementsysteme wie ISO 14.001 oder EU-Öko-Audit einzusteigen,
- dabei die Mitarbeiter einzubinden und zu sensibilisieren und so
- Ihr Engagement für Klima- und Umweltschutz nach außen darzustellen.
Aufbauend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre liegt bei ÖKOPROFIT ein Schwerpunkt auf Energieeffizienz. Zusätzlich gibt es eine „ÖKOPROFIT-Light“-Variante, die sich gezielt an kleine Betriebe richtet und gleichzeitig die Zertifizierung als „QuB-Betrieb“ erlaubt.
An ÖKOPROFIT haben in den vergangenen Jahren Betriebe unterschiedlicher Größe aus den verschiedensten Wirtschaftsabteilungen und Branchen teilgenommen. Diese Tatsache zeigt, dass ÖKOPROFIT sich im Gegensatz zu anderen Programmen für alle Branchen und Unternehmensgrößen eignet. Für jeden Betrieb – sei er aus der Produktion, dem Handel und Verkehr, dem Dienstleistungssektor, aus Bildung, Gesundheit und Sozialwesen oder der öffentlichen Verwaltung – kann das Programm einen Mehrwert bringen.
Wie funktioniert das Umweltmanagement-Projekt?Im Laufe eines Jahres bearbeiten rund neun bis 12 Betriebe im Rahmen von acht Workshops und vier Beratungsterminen vor Ort gemeinsam mit Umweltberatern, den Kooperationspartnern und externen Referenten alle umweltrelevanten Themenbereiche. Sie tun dies auf der Basis von praxisorientierten Arbeitsmaterialien. Nach Abschluss der Workshopreihe werden die Betriebe geprüft und die erfolgreichen Teilnehmer von der Kommune ausgezeichnet. Bei den Workshops werden inhaltliche Fragestellungen wie Abfalltrennung und -minderung, Energieeinsparung, Emissionsminderung, Wassersparen, der Umgang mit gefährlichen Arbeitsstoffen und die Einhaltung umweltrechtlicher Vorschriften bearbeitet. Aber auch organisatorische Themen wie die Festlegung einer Umweltpolitik und die Bildung eines Umweltteams, sind Gegenstand der Workshops. Zudem werden die Themen umweltfreundlicher Einkauf, Umweltkosten und Umweltcontrolling, Umweltmanagement, nachhaltige Mobilität, Mitarbeitermotivation, Soziales und Arbeitsplatzevaluierung behandelt.
In den Workshops werden nicht nur theoretische Grundlagen vermittelt, sondern auch praxisnahe Verhaltensweisen eingeübt. So entwickeln die Betriebe bereits hier Sparmaßnahmen für alle Bereiche und nehmen zum Beispiel an einem „Schnupper-Fahrtraining“ zum Kraftstoff sparenden Fahren teil.
Zum aktiven Erfahrungsaustausch trägt bei, dass die Workshops abwechselnd in den Unternehmen abgehalten werden. Dies wird von den teilnehmenden Betrieben sehr geschätzt.
Zentraler Bestandteil von ÖKOPROFIT ist die individuelle Beratung der einzelnen Betriebe vor Ort. Bei vier Terminen im eigenen Haus entwickelt jeder Betrieb auf Grundlage einer systematischen und umfassenden Bestandsaufnahme gemeinsam mit den Beratern individuelle Maßnahmenprogramme für die betriebsspezifische Umsetzung der Umweltpolitik. So setzen die Betriebe das in den Workshops vermittelte Wissen konkret in die Praxis um.
Ergänzend zur Beratung durch den Umweltberater können beispielsweise auch spezialisierte Dienstleister für Energie, Abfall und Arbeitssicherheit eingebunden werden.
Überzeugende BilanzIn den bisher durchgeführten Runden haben am Bayerischen Untermain insgesamt 53 Unternehmen teilgenommen und alles in allem werden nach Schätzungen durch Umweltschutzmaßnahmen mittlerweile etwa 2,3 Milionen Euro pro Jahr eingespart. Seit Start des Projekts durch die INITIATIVE BAYERISCHER UNTERMAIN 2001 konnten folgende Einsparungen erzielt werden: über 4,7 Mio Kilowattstunden Strom, über 220.000 kg Abfälle, 13. Mio. Liter Wasser bzw. Abwasser und rund 5.200 Tonnen CO2.
Ganz im Sinne der Agenda 21Im Juni 2008 erhielt die INITIATIVE gemeinsam mit den teilnehmenden Unternehmen aus Aschaffenburg den Agenda-Preis der Stadt Aschaffenburg. Ausgezeichnet wurde die INITIATIVE für die Einführung und Koordination des Projekts am Bayerischen Untermain, bei dem Ökologie und Ökonomie im Sinne der Agenda 21 gleichberechtigt berücksichtigt werden.

Informationen zu ÖKOPROFIT und Bestellmöglichkeit der Projektdokumentation bei der INITIATIVE BAYERISCHER UNTERMAIN, Tel. 06022 26-2180 oder direkt bei der ÖKOPROFIT– Hotline 089/12 10 994 0
Kontakt:
INITIATIVE BAYERISCHER UNTERMAIN
Regionalmanager Markus Seibel
Industriering 7
63868 Großwallstadt
Tel. 06022 26-2180, Fax: 06022 26-2181
E-Mail:
seibel@bayerischer-untermain.de*Die Urheberschaft von ÖKOPROFIT liegt bei der Stadt Graz